Internet & Handy.

StartSeite

Buschfunk & Buschtrommel - moderne Kommunikation in Afrika.

kleiner Markt in Nairobi

Nachrichten haben sich in Afrika schon immer mit unglaublicher Geschwindigkeit verbreitet. Es ist äußerst faszinierend wie schnell sich die von Mund zu Mund weitergegebenen Nachrichten in Afrika verbreiten. Dafür bedurfte es hunderte von Jahren keinerlei moderner Techniken der Kommunikation. Wurden früher tatsächlich Nachrichten über weite Entfernungen mit der sogenannten Buschtrommel weiter gegeben, so bezeichnet man heute mit Buschfunk in Afrika, die rasante Verbreitung von Gerüchten, Klatsch und Neuigkeiten durch das Weitererzählen. Seit einigen Jahren setzt sich mit ähnlich rasanter Geschwindigkeit das Handy als mobiles Kommunikationsmittel durch. Das Kabel-Telefon konnte sich wegen der aufwendigen Infrastruktur in den vergangenen Jahren nur durchsetzen. Bedenkt man das durchschnittliche Einkommen der Menschen in Ostafrika, ist es schon erstaunlich zu beobachten, wie schon jeder zweite mit einem Handy am Ohr durch die Straßen und Gassen marschiert. Die Erklärung für das Phänomen ist simpel, neben dem natürlichen Reiz des Neuen dient das Handy in Afrika vor allem dem geschäftlichen Treiben. Fast jeder Afrikaner hat auch bei guter Anstellung ein kleines Gewerbe nebenbei, fernmündliche Absprachen und Verhandlungen ersparen aufwendige Reisen.

Alcatel-Lucent - optisches Unterwasserkabel Netzwerk für Ostafrika.

Highspeed-Internet-Verbindungen

Ein Afrika Reisender braucht heute in den größeren Städten und touristisch erschlossenen Gebieten auf das Internet nicht mehr zu verzichten. Internetcafes sprießen wie Pilze aus dem Boden und konkurrieren mit immer preiswerteren Tarifen miteinander. Natürlich sind die Geschwindigkeiten der Internetverbindungen für den DSL verwöhnten Europäer noch zu langsam, aber auch Highspeed Verbindungen werden von immer mehr Service Providern angeboten. In Nairobi und der Küstenregion um Mombasa gibt es bereits attraktive Flate-Rate Internet Service Angebote über das Mobiltelefon. Die bekanntesten Mobilfunkanbieter in Kenia sind Safaricom, Orange und Kencell. Die EASSy (East Africa Submarine Cable System) läßt nun durch Alcatel-Lucent ein Optisches Unterwasserkabelnetzwerk um die Interkonnektivität in acht afrikanischen Ländern zu verbessern. Durch den Zusammenschluss von 22 Netzbetreibern in Ost- und Südafrika soll bis 2008 die Basis für die Vernetzung des gesamten Kontinents für Anbieter von Breitband-Diensten sowie traditionellen Angeboten für Unterhaltung und Kommunikation geschaffen werden. Die Globalisierung der Wirtschaft und das Internet haben Afrika längst erreicht.

Internet und Handy in dem von Armut geprägten Afrika.

Technik hilft Armut in Afrika zu überwinden.

Oft werde ich gefragt, was willst du mit Internet und Handy in Afrika anfangen, wenn die Leute nichts zu beißen haben? Wer kann sich das schon leisten, wenn es am Monatsende nicht für das Essen reicht? Eine derartige Sichtweise mag sicher partiell zutreffen, ist aber sehr kurzfristig und einseitig gedacht. Jede Investition in die Infrastruktur von Afrika ist nachhaltiger und wirkungsvoller als die Beschränkung der Hilfen auf die notleidenden Menschen. Das Afrika des neuen Jahrtausends braucht keine Almosen, sondern endlich Hilfe zur Selbsthilfe. Moderne Techniken und Bildung schaffen Arbeitsplätze, sind grundlegende Voraussetzung für Entwicklung, Neugründung und Neuansiedlung von Unternehmen. Auch viele kleine Unternehmer sind mit einen kleinen Laden in das Geschäft mit Handy und Internet eingestiegen oder profitieren indirekt von diesen Dienstleistungssektor. Die Internetcafes sind voll mit jungen Leuten, die durstig das globale Wissen in sich aufsaugen und länderübergreifend neue Kontakte knüpfen. Ein weiterer Faktor, Ostafrika lebt auch von den Touristen. Reisende werden immer anspruchsvoller, wollen auch in den schönsten Wochen des Jahres auf die modernen Techniken der Kommunikation nicht verzichten. Viele Menschen sind in der modernen Zeit auch so stark in den Arbeitsprozeß eingebunden, daß sie auch im Urlaub auf Internet und Handy nicht verzichten können. Die wachsende Zahl dieser Afrika Reisenden würde den Ländern bei mangelnder Infrastruktur als Kunden verloren gehen.