Geld & Liebe.

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Liebe und Geld scheinen in Afrika untrennbar zu sein.

Große Liebe oder nur eine Zweckbeziehung für Geld.

Mir ist es selbst passiert. Eine junge 18 jährige afrikanische Dame spendiert mir einen Drink am Strand von Afrika. Sie plaudert über ihr Leben, ihre Pläne für die Zukunft. Es dauert nicht lange bis zu den ersten Sympathie Bekundungen. Ich frage sie verwundert, was sie denn bitteschön mit einem 48 jährigen Kerl anfangen will. Das Studium lässt ohnehin keine Zeit für eine solide Partnerschaft. Na ja sagt sie, so ein Studium kostet viel Geld. Ein wenig geschockt von ihrer Direktheit erklärte ich ihr, dass ich nicht zu jenen Suggar Daddies gehöre, welche für ein wenig Zärtlichkeit die Lebensträume junger Mädels finanzieren. Die Grenzen sind fließend. Nicht jeder Mann oder jede Frau mit einen wesentlich jüngeren Lebenspartner muss sich in den von mir formulierten Beobachtungen wiederfinden. Bei der Betrachtung von binationalen Beziehungen zwischen Weiß und Schwarz ist eine Beurteilung in schwarz weiß nicht möglich. Jedoch sollten sich Menschen in einer derartigen Beziehung ernsthaft die Frage stellen, ob die große Liebe auch unter weniger komfortablen Bedingungen fortbestehen würde. Wäre die Liebe stark genug auch ein gemeinsames Leben mit einem für Kenia üblichen Einkommen zu ertragen? Würde eine Kenianer oder eine Kenianerin in gewohnter Umgebung - den zehn Quadratmetern einer spartanisch eingerichteten Hütte - weiterhin vor Liebe sprühen?

Liebestolle Frauen und Männer werden ausgenommen.

Viele Frauen und Männer werden in Afrika ausgenommen.

Es gibt sicher auch viele Beispiele von glücklichen Partnerschaften, die mit einem süßen Urlaubsflirt begonnen haben. Die Zahl enttäuschter Lieben dürfte diese Zahl um ein vielfaches übertreffen. So süß Träume auch sind, jedem Traum folgt das Erwachen. Wer voreilig in seine große Liebe investiert hat, der wird die Rückkehr in die Realität mit einem bitteren Beigeschmack genießen müssen. Spektakuläre Reality-Soaps, die in den Hauptrollen mit liebestollen Männern und Frauen aus Europa sowie finanziell bedürftigen Afrikanern und Afrikanerinnen besetzt sind, kann man bei längeren Afrika Aufenthalten mit ebenso konstant wiederkehrenden Folgen genießen, wie die geliebten und gehassten vorabendlichen Fernsehserien. Die Suzan aus Mtwapa lebt von monatlichen Geldüberweisungen von Herren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich ihrer alleinigen Liebe ganz sicher sind. Die 52ig jährige Inge aus Deutschland hat bei der Finanzierung des gemeinsamen Heimes nicht so genau auf die Eigentums- und Familienverhältnisse geachtet und wurde nach Fertigstellung von ihren 25ig jährigen Lover und deren Angetraute vor die Tür gesetzt. Und da war noch der älterere Herr, der mit Strandmatte und Decke mittellos unter einem Felsvorsprung am Strand schlief. Er wartete wochenlang auf ein gesponsertes Rückflugticket nach Deutschland. Seinen vermeintlichen Geschäftspartner und das ihm anvertraute kleine Vermögen hat er nie wieder zu Gesicht bekommen.

Hohe Toleranz gegenüber der käuflichen Liebe in Kenia.

Afrika Küste - die perfekte Kulisse für Frauenträume.

Liebe und Geld gehören in Afrika zusammen. Das Einkommen aus Liebesdiensten dürfte in Kenia die Hungerlöhne der Tourismusbranche um ein vielfaches übertreffen. Harte Währung cash und abgabenfrei. Von den Geschäften der Beach Boys und der Frauen des Gewerbes partizipieren Menschen der gesamten Region. Niemand wird die fütternde Hand beißen, nirgendwo gibt es freundlichere Schwiegermütter. Eine solch hohe Akzeptanz und Toleranz gegenüber der käuflichen Liebe und den zweifelhaften Partnerschaften wäre in Europa nicht denkbar. Eine riesengroße Bühne mit tausenden eingeweihter Statisten, die mit der zu spielenden Rolle bestens vertraut sind. Das Alles verleiht dem Schauspiel eine täuschend echte Atmosphäre, versetzt die Hauptdarstellerinnen aus Europa in eine perfekt arrangierte Szene. Wenn ein Kenianer Mzungu sagt, meint er die aus seiner Sicht reichen Weißen. In ganz Afrika ist in den Menschen die tiefe Überzeugung verwurzelt, dass die reichen Weißen sich nicht nur der Kolonialzeit wegen schuldig gemacht haben. Sie müssen zahlen, haben eine Rechnung offen. Selbst wenn Geschäfte mit den Mzungus in das Kriminelle driften, es wird sich ein Schleier von stillschweigender Genugtuung über die Vorfälle legen. Wurden Touristen oder Geschäftsleute aus Europa betrogen oder abgezockt, die Ermittlungen laufen oft ins Leere. Keiner weiß was, keiner hat etwas gesehen - in einem Land, in dem die sozialen Kontakte so eng sind, dass Jeder über Jeden alles zu wissen scheint. Blicke in die Gesichter der Menschen und du weißt wer du bist. Helfe wenn du helfen möchtest - aufrichtige Liebe und Freundschaft kannst du auch in Afrika nicht kaufen.