Erste Kenia Reise.

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Die erste Afrika Reise - Reisefieber und Vorfreude sind unerträglich.

Meine erste Fernreise nach Afrika.

Kennt ihr das auch? Das Reisefieber und die Vorfreude vorm Antritt einer außergewöhnlichen Reise? Ich war zu dem Zeitpunkt (1992) noch nie in Afrika, hatte noch keine Fernreisen in Länder außerhalb Europa gemacht. Die letzten Tage vor Abflug konnte ich an nichts anderes mehr denken, alle Gedanken drehten sich um das kleine Abenteuer. Ein ruhiger Schlaf in der letzten Nacht vor Reisebeginn? Unmöglich! Viel gehört, viel gelesen und viele Bilder aus Fernsehen und Broschüren verinnerlicht. Jeder hat eine Vorstellung von Afrika, aber welche Wirkung hinterläßt die Realität des schwarzen Kontinents? Die Idee für die Reise kam von Freunden die ich bei einem Aufenthalt auf den Ballearen kennen gelernt hatte. 14 Tage pauschal mit Halbpension sowie eine dreitägige Safari sollten genügen, um entweder völlig enttäuscht oder vom Afrika Virus infiziert zu sein. Mehr war ohnehin nicht drin, weder finanziell noch vom zeitlichen Rahmen des Urlaubs. Natürlich habe ich den Flug im Winter gebucht, wer möchte nicht der dunklen und kalten Jahreszeit entfliehen um ein wenig Sonne an tropischen Stränden zu genießen.

Über den Wolken, der Flug zur äquatorialen Ostküste von Afrika.

Sonnenaufgang in der Steppe von Ostafrika

Der Condor Flieger startete gegen 22:30 von Frankfurt zum NonStop Direktflug nach Mombasa und war in der Pauschalreise von Air Marin enthalten. Die Flugzeit von ca. zehn Stunden über Nacht ist schon heftig. Auch hier war an Schlaf nicht zu denken, einerseits taugt die Sitzposition bestenfalls für einen besseren Dämmerzustand - andererseits habe ich mich in freudiger Erwartung die Nase am Pullauge der A320 breitgedrückt oder über den Monitor die zurückgelegten Kilometer gezählt. Endlich hatte ich Europa über die Griechischen Inseln verlassen und der Flieger überquerte das Mittelmeer mit Kurs auf das östliche Nordafrika. Nach vier Stunden Flug erreichten wir die Küste von Ägypten. In der sternenklaren Nacht war später der schlangenförmige Verlauf des Nils zu erkennen, der sich auf Grund der Lichter in dessen Uferbereich abzeichnete. Etwa zwei Stunden vor der Landung konnte ich einen wunderschönen Sonnenaufgang bewundern. Der Himmel war noch leicht bewölkt und schimmerte in allen Farben. Als großes Glück erwieß sich mein Fensterplatz in Flugrichtung rechts, der mir wenig später einen grandiosen Blick auf den Kilimandscharo bescherte. Der Kibo, höchster Gipfel des Kilimandscharo-Massives und gleichzeitig höchster Berg Afrikas ragte majestätisch aus der Wolkendecke. Die Wolken lösten sich schnell auf und gaben einen unvergeßlichen Blick auf die afrikanische Buschlandschaft frei. Diesen Moment werde ich nicht wieder vergessen, mir ist das Herz vor Begeisterung fast aus der Brust gehüpft. Endlich Sinkflug, wieder dieser lästige Druck auf den Ohren. Vor der Landung neigt sich der Flieger nach rechts und zieht einen letzten Halbkreis. Das verschafft einen kurzen Blick auf die in einer Flußgabelung liegende Küstenstadt Mombasa. Wow, ich war endlich da!

Vom verregneten kalten Norden ins sonnige tropische Kenia.

Die Küste vom Mombasa - Indischer Ozean.

Ein wenig holprige Landung - das lag aber nicht am Piloten sondern an der weniger sorgsam betonierten Landebahn. Beim Start wurden die Jets auf Grund zu kurzer Rollbahn nicht voll getankt und mußten das bsw. am Kilimandscharo Airport Tansania nachholen. Der Ausbauzustand des Fluhafens von Mombasa war in den 90iger Jahren noch sehr bescheiden. Die Freiluft Gangway wurde mit einem Traktor heran gefahren, Luke auf und die tropisch feuchte Morgenluft streichelte Gesicht und die von den Klimaanlagen des Fliegers ausgetrocknete Nase. Luftige Kleidung hatte ich mir bereits vor der Landung angezogen und nun ging es quer über den Flugplatz in Richtung Flughafengebäude vorbei an einer Hand voll Jumbos und Safari Buschflugzeuge. Jambo! Jambo! Habari gani? Das waren die ersten Kisuaheli Worte die ich lernte. Die vielen freundlich grüßenden Gesichter verbannten meinen eisigen nordischen Winterblick und zauberten mir ebenfalls schnell ein permanentes Lächeln ins Gesicht. Unglaublich wie schnell die Freundlichkeit, Ruhe und Gelassenheit auf mir überging. Kein Zweifel, in Afrika kann man im wahrsten Sinne des Wortes die Seele so richtig baumeln lassen - eine spürbare mentale Erleichterung als wenn ein schwerer Rucksack von den Schultern gleitet.