Mzungu & Schwarze.

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Weiße aus Europa und die Beach Boys am Strand von Kenia.

Die Beach Boys sind an den Küsten von Kenia aktiv.

Das "Frischfleisch" aus Europa ist an der noch strahlend weißen Haut zu erkennen und bleibt an Kenias Küsten nicht lange allein. Mein fachkundiger Begleiter war ca. 10 Jahre alt und ließ sich mit höflichen Floskeln nicht abwimmeln. Den richtigen Umgang mit den recht aufdringlichen Beach Boys lernt man in Kenia schnell. Diesmal ließ ich mich noch in endlose Diskussionen ein und versuchte zu erklären, daß man weder in Deutschland noch in Kenia fürs Ohr abkauen auch noch mit zehn Mark belohnt wird. Wir einigten uns auf eine gut gekühlte Coca Cola. Das erste Resümee am Abend: Beach Boys sind ähnlich lästig wie die Strukturvertriebler der HMI. Die Jungs haben aber einen schöneren Arbeitsplatz, brauchen keine Klinken putzen und sich nicht über Storno-Quoten ärgern. Was ich eigentlich schon wußte, aber nunmehr durch schmerzhaften Eigentest als bewiesen gilt: Die Strahlung der Sonne wird in Kenia von einer leichten Bewölkung nicht in dem Maße abgeschwächt, wie ich es von Europa kannte.

Der Mzungu und erste zaghafte Kontakte mit schwarzen Frauen.

Afrikanischer Busch vor dem Sonnenuntergang.

Ich hatte den Kulturschock meiner ersten Afrika Reise verarbeitet, war vom Reiz der Küstenlandschaft und den netten Menschen überwältigt. Die ängstlich reservierte Distanz war schnell überwunden. Der Mzungu hatte sich eingelebt. Junge Menschen sind kontaktfreudig, die hübschen schwarzen Frauen in Kenia ebenso. Schon am ersten Tag meines Aufenthaltes hatte ich für den darauf folgenden Abend eine Mini Safari in eine nahe liegende Buschbar vereinbart. Ich bin nicht leichtsinnig, aber die nette dunkelbraune Schönheit war mit einem kleinen Verkaufsstand im Hotel tätig und hatte nach meinen Recherchen einen festen Wohnsitz in der Nähe des Hotels. Das sollte nach dem Verständnis unserer Kultur schon eine Basis für Vertrauen sein. Die erste Nacht im Urlaubsland ist für mich immer ähnlich schlaflos wie die Letzte vor dem Abflug. Ich bin in der Regel völlig aufgedreht und finde nur wenig erholsamen Schlaf. Zu sehr blitzen freudige Erwartung und die ersten Eindrücke der Ankunft durch meinen Kopf. Was hatte ich da versprochen? Gleich am zweiten Tag raus aus der sicheren Festung Hotel in eine afrikanische Buschbar? Egal - Wort ist Wort - da muß ich durch. Um 19:30 Uhr raus aus der Hotelanlage, es ist um diese Zeit am Äquator bereits stock dunkel. Meine neue Bekanntschaft erwartete mich bereits am Eingang, die Pünktlichkeit hielt ich zu diesem Zeitpunkt für selbstverständlich, ist aber in Afrika eine wenig verbreitete Tugend. "Willst du eine Abkürzung gehen?" Ich sage ja - ohne darüber zu sinnen, wie duster Neumondnächte im afrikanischen Busch sein können.

Kenia Buschbar - Das Beuteschema nachtaktiver Afrikanerinnen.

Nachtaktive Afrikanerinnen in den Buschbars von Kenia

Ich stolperte also auf den Buschpfad wie ein Küken hinter der Glucke her, wußte eigentlich zu keinen Zeitpunkt wo ich mich befand. Auf einigen Bäumen waren so vielen Grillen zum Konzert versammelt, das ihr Zirpen alle anderen Geräusche im Busch übertönte. Erleichterung als die ersten Lichter auftauchen und das hektische Klimpern der afrikanischen Musik zu hören war. Eine Afrikanische Buschbar - einfach, praktisch und gemütlich. Ein kleines Gebäude für Ausschank und eins für die Notdurft, ein mit tropischen Grün verzierter Garten, aus Rattan ähnlichen Material handgefertigte Stühle und Tische die unter palmblattbedeckten Pilzdächern angeordnet waren. "Two Tusker!" Für meine Begleiterin moto (warm) und für mich natürlich baridi sana (gut gekühlt). Die Gewohnheit Bier warm zu trinken, ist heute unter den Afrikanern nicht mehr so verbreitet, wie zum Zeitpunkt meiner ersten OstAfrika Reisen. Viele hübsche schwarze Frauen waren anwesend, die Blicke auch für emotional wenig sensible Männer vollkommen unmißverständlich. Eine kurze aber bestimmte Ansage meiner Begleiterin in Swaheli klärte die Besitzverhältnisse unter den Damen. Ich verstand ihre Worte in afrikanischer Sprache zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht, deren Wirkung blieb mir aber nicht verborgen. Später wurde mir klar, ich passte perfekt in das Beuteschema der zweibeinigen nachtaktiven Raubkatzen. Frischfleisch - als unerfahrener Mzungu war ich zu Beginn der Jagdsaison hier ähnlich begehrt wie bei den aufdringlichen Verkaufstalenten am Strand. Einen jungen, ungebunden Mann den Kopf zu verdrehen, kann die Versorgung der Familie für die nächsten 14 Tage sichern oder auch eine längerfristige Patenschaft bedeuten.